Roboter nutzt Menschengehirn

03.09.2015 | myRobotcenter
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robot-human-brain-quelle
Wenn man von humanoiden Robotern hört, fällt es schwer, nicht gleich an Endzeit-Szenarien à la Terminator zu denken. Und wenn man dazu noch gesagt bekommt, dass bei einem bestimmten humanoiden Roboter echte menschliche Gehirninformation genutzt werden um seine Sensorik und Geschicklichkeit zu entwickeln, scheint die Horror-Story perfekt. Tatsächlich fällt die Geschichte in Wirklichkeit etwas weniger dramatisch, aber kein bisschen weniger spannend aus.
Katastropheneinsatz-Roboter mit menschlichen Fähigkeiten
Sein Name ist HERMES und er ist ein Roboter für den Katastropheneinsatz, entwickelt und gebaut von Professor Sangbae Klim und seinem Team am Biomimetic Robotics Lab des Massachusetts Institute of Technologie (MIT). HERMES ist ein Roboter auf zwei Beinen und mit zwei menschenähnlichen Armen und Händen ausgestattet. Mit etwa 90 Prozent der Größe eines durchschnittlich großen Menschen, aber mit einem Vielfachen dessen Kraft, soll HERMES Aufgaben übernehmen die für Menschen zu schwierig und zu gefährlich sind.

„Wir versuchten ein menschliches Gehirn in einen Roboter zu bringen“
HERMES wird grundsätzlich von einem Menschen gesteuert. Dabei steckt der „Pilot“ in einem speziellen mit Sensoren bestückten Anzug und trägt eine Monitorbrille. Eine Kamera bildet den Kopf des Roboters und versorgt den Navigator mit Umgebungsinformationen. Dieser kann gehen, Greifen und diverse Aktionen einfach aus der Ferne lenken. Darüber hinaus aber, und hier wird es interessant, nutzt der Roboter die Gehirninformationen seines Piloten um zu agieren. Oder wie Joao Ramos (mechanischer Ingenieur) es ausdrückt: „Ich stelle mir unser Projekt gerne so vor, dass wir versuchen, ein menschliches Gehirn in einen Roboter zu stecken“. Das heißt genauer, dass die Information zwischen Roboter und dessen Lenker in beide Richtungen weitergegeben wird. Wenn der Roboter beispielsweise das Gleichgewicht verliert, wird diese Bewegung auf den Träger des Steueranzuges übertragen. Dieser kann mit seinen menschlichen Fähigkeiten das Umfallen verhindern, die Information die dabei entsteht, geht zurück an den Roboter und hilft diesem dabei nicht umzufallen. So übernimmt der Roboter die natürlichen Reflexe des Menschen und lernt mit den Daten die er dabei gewinnt. Das Ziel der Forscher ist, dass ein bestimmter Grad an Bewegungsfreiheit des Roboters mit der Intelligenz des Menschen zusammenfallen.

03.09.2015 | myRobotcenter
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